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Montag, 18. November 2013

Schreibst du Tagebuch?


Nein?  Aber vielleicht hast du Lust damit anzufangen!
Tagebuch schreiben ist nämlich keinesfalls eine verstaubte Angelegenheit, sondern kann sehr viel Spaß machen und Kreativität auf verschiedene Art und Weise in Bewegung bringen.

Als ich 8 Jahre alt war sah ich im Fernsehen einen Film, in dem jemand seine Gefühle in ein kleines Büchlein niederschrieb.  Ich kann mich an keine Einzelheiten erinnern, aber ich weiß noch genau, dass ich von dieser Idee fasziniert war, und mir sofort von meinem Gesparten im Schreibwarenladen gegenüber ein Kladde kaufte - ein kleines gebundenes Büchlein, das mit Stoff bezogen war, in den chinesische Motive eingewebt waren.  Die waren damals gerade 'in'.

Auf diese Weise begann ich damals zu schreiben, und hörte nie mehr auf.  Es folgten unzählige neue Bücher, die mich durch meine gesamte Kindheit und Pubertät bis ins junge Erwachsenenalter begleiteten und in denen ich heute nachstöbern kann, was ich damals tat, dachte und fühlte.  Sehr spannend!

Tagebuch schreiben ist eine tolle Sache, denn selbst wenn man keine aufregenden Erlebnisse zu schildern hat, kann man auch die ganz banalen Dinge zu etwas besonderem machen, indem man sie schriftlich (oder zeichnerisch) festhält.  Denn gerade in den einfachen Momenten liegt etwas einzigartig Schönes, das wir in unserer Alltagshektik übersehen oder oftmals nicht zu schätzen wissen.

Hast Du nun vielleicht doch Lust bekommen, ein Tagebuch zu führen?  Dann habe ich noch ein paar Ideen für Dich:  man kann ein Tagebuch nämlich auf die verschiedenste Art und Weise gestalten!  

Die traditionelle Art und Weise
"Liebes Tagebuch..." so lautet gewöhnlich der erste Satz, der geschrieben wird.  Zuletzt hörte ich ihn in der Serie 'Vampire Diaries' erwähnt, wenn Elena über ihre Begegnungen mit Vampir-Freund Stefan schrieb, oder auch umgekehrt.  Der Tagebuch-Autor schreibt für gewöhnlich über seinen Tag, seine Erlebnisse und seine Gefühle.  Meist sind diese Aufzeichnungen sehr persönlich und geheim.  Die meisten meiner Tagebücher sehen auch so aus, und ergeben wirklich eine schöne Sammlung an autobiographischen Aufzeichnungen, die für meine Kinder vielleicht mal spannend oder auch lustig zu lesen sein werden, manches vielleicht überraschend oder auch schockierend.  Wer weiß?

Das traditionelle Tagebuch ist natürlich in Leder gebunden und ist irgendwie verschließbar.  Aber natürlich kann auch jedes andere Buch oder Heft dafür herhalten.  Wichtig finde ich, dass das Buch für mich selbst etwas ansprechendes hat, denn schließlich werde ich in ihm mein Innerstes festhalten, und es als Gegenstand eines besonderen täglichen Rituals nutzen.  Es soll mein 'bester Freund' sein, dem ich alles anvertrauen kann, der immer bei mir ist, und somit auch durch sein Äußeres meinen speziellen Charakter ausdrücken.

Wie fange ich an?  Ganz einfach.  Schreib einfach drauf los, was heute passiert ist, wie es dir ging, wen du getroffen hast und ob du dir über irgendetwas Wichtiges Gedanken gemacht hast.  Der Rest kommt von ganz allein.  ;-)


Das literarische Tagebuch
Im Grunde kann ein literarisches Tagebuch aussehen, wie ein traditionelles, doch der Unterschied liegt darin, dass der Autor bewusst versucht seine schriftstellerischen Fähigkeiten zu üben und auszubauen.  Es kann also gut sein, dass nur Szenen eines Tages aufgeschrieben werden, oder eine Begebenheit in eine Kurzgeschichte verwandelt wird, dass Orte beschrieben werden oder Gefühle in einem Gedicht Ausdruck finden.  Dies ist eine gute Übung für jeden, der als (amateur) Schriftsteller tätig ist oder tätig werden möchte.  Desweiteren ist so ein literarisches Tagebuch eine gute Quelle für Storyideen oder Beispiele für Szenen oder ganze Geschichten.  Super auch, um mit der Zeit festzustellen, ob man seinen Schreibstil verbessert hat, wo die eigenen Stärke liegen, und wo sich Schwachstellen befinden.

Ein literarisches Tagebuch kann genauso aussehen wie ein traditionelles, es könnte auch ein einfacher Ringblock sein, oder ein kleines Büchlein für schnelle Notizen unterwegs (die Atmosphäre in einem Cafe muss dringend aufgeschrieben werden; dieser sonderbare Typ dort drüben darf nicht verloren gehen und wird rasch skizziert;  ein toller Satz wird aufgeschnappt und findet Platz im Notizbuch!)

Wie fange ich an?  Besorge Dir ein handliches Büchlein oder ein kleines Ringbuch und notiere alles, was dir beschreibungswürdig erscheint.  Vor allem die alltäglichen Dinge sind von Besonderheit: versuche sie in allen Einzelheiten zu beschreiben, und lebendig darzustellen.

  
Das künstlerische Tagebuch
Diese Art von Tagebuch kann sowohl schriftlich + zeichnerisch oder eben nur zeichnerisch geführt werden.  Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.  Ob Belistift, Kohle, Wasserfarben oder Filzstifte zum Einsatz kommen bleibt ganz dem Schreiber - nämlich dir - überlassen.  Am besten man wählt das Medium, das für einen selbst am komfortabelsten ist.  Für mich wären das Bleistift und Fineliner.  Andere nehmen lieber Jaxon-Kreiden, wieder andere Aquarellfarben. 

Für das Tagebuch wäre es sinnvoll nach unliniertem und eher festem Papier Ausschau zu halten.  Wenn man mit Wasserfarben hantiert, dann sollte es lieber direkt ein Aquarell-Ringbuch oder -Block sein, so dass das Papier die Farben aufsaugen kann.  Auch die Größe ist entscheidend.  Bei Skizzen und Zeichnungen kommt man auch mit weniger Platz aus, aber DIN A5 würd ich als Mindestgröße nehmen, so dass sich bequem darin mit Stift oder Pinsel bewegen kann.

Wie fange ich an?   Schreibe eine Anekdote oder ein paar Einzelheiten deines Tages auf und zeichne etwas relevantes dazu.  Illustriere die Seiten mit allem, was du magst und finde deinen eigenen Stil.  Wenn du nicht schreiben magst, dann male ausschließlich.  Wie sah Dein Frühstück heute morgen aus?  Wie war dein Arbeitstag?  Worüber hast du dich heute köstlich amüsiert, geärgert, gewundert?  Was wünscht du dir gerade? 


Ich hoffe, euch schon ein paar Anregungen mit auf den Weg gegeben zu haben.  Natürlich gibt es noch mehr Möglichkeiten, ein Tagebuch zu schreiben, aber die folgen das nächste Mal!  :-)

Sonntag, 10. November 2013

Mein erster NaNoWriMo



Dieses Jahr habe ich beschlossen, an diesem verrückten Schreibmonat teilzunehmen.  NaNoWriMo - National Novel Writing Month.  Verrückt?  Na klar!  Wer kommt schon darauf, innerhalb 4 Wochen 50 000 Wörter in die Tastatur zu tippen und zu versuchen, einen ganzen Roman abzuschließen.
Ich jedenfalls nicht.
Auf der anderen Seite könnte es nicht schaden, einmal ein bisschen mehr Tempo vorzulegen.  Denn normalerweise dauert es Monate oder sogar ein ganzes Jahr, bis ich mal ein Projekt abschließe.  Und das ist dann nur der erste Entwurf und keineswegs soweit bearbeitet, dass ich es einem Verlag anbieten könnte.

Da kommt mir so eine Herausforderung wie der NaNoWriMo gerade recht, um herauszufinden, wie schnell ich eigentlich arbeiten könnte, wenn ich mir eine Deadline setze.  Die Wochen vor dem 1. November war ich dann auch schon voller Erwartung und Vorfreude, dachte mir eine grobe Geschichte zum Thema 'Zeitreise' aus, und versuchte skizzenhaft meine Hauptcharaktere zu kreiren.  Ich wurde Mitglied auf der NaNo-Webseite, und las und schrieb auf Facebook mit vielen anderen Schreibwütigen, so dass mir meine Inbox nur so von Antworten überquillte. 

Und dann war er da.  Der erste Tag.  Jetzt hieß es hineinzutauchen in die neue Geschichte, und jede freie Minute meine Tastatur zu bearbeiten, so dass ich mindestens 1600 Wörter am Tag abspeichern konnte.
Zunächst klappte das auch sehr gut.  Der 1.November war ein Freitag, und ich hatte das Wochenende über ein bisschen mehr Zeit, um meine Tagesziele zu erreichen.
Doch danach ging es rapide abwärts.  Ich schrieb nicht nur wenig, sondern garnicht! 
Frust begann sich in mir breit zu machen.  Ich las von anderen, die innerhalb weniger Tage ihr gesamtes Soll erfüllten und über 50 000 Wörter vorweisen konnten, oder wenigsten ihr Tagespensum schafften.
Und ich?  Sollte ich lieber doch aufgeben?

Hier meine Gedanken, warum der NaNo mir zu 'entgleiten' drohte:

Unzureichende Vorbereitung
Ich muss zugeben, dass ich Dinge gern vor mir herschiebe und bis zum letzten Augenblick warte, um sie zu erledigen.  So habe ich auch erst spät begonnen, über meine Romanidee nachzudenken, habe keine schriftlichen Pläne erstellt, sondern nur eine vage Vorstellung in meinem Kopf von dem, was passieren wird.  Meine Charaktere sind nicht ausgereift, ich weiß nur wenig über sie.  Hätte ich mir ein bisschen Mühe gegeben, schon frühzeitig einen schriftlichen Charakterbogen zu erstellen, dann müsste ich meine Protagonisten jetzt nicht erst noch kennenlernen.

Unzureichende Recherchen
Jedes Buch braucht ein gewisses Maß an Recherche, da man nicht über alles Bescheid weiß, und hier und da nun einmal Fragen auftauchen.  Da meine Geschichte zum Teil in der Vergangenheit spielen wird, bzw. einer meiner Hauptcharaktere aus dem Jahr 1813 kommt, sollte ich auch einiges über seine Zeit wissen.  Da wären die Kleidung, Sprache und Umgangsformen, die damals ganz anders waren als heute, aber auch politische Geschehnisse haben großen Einfluss auf die Menschen, und formen ihren Charakter und ihre Handlungsweise.  Ich hate mir zwar  aus der Bibliothek ein paar relevante Geschichtsbücher ausgeliehen und ein bisschen gestöbert, aber es war definitv zu wenig, und so muss ich jetzt während des Schreibens auch immer wieder nachschlagen oder im Internet recherchieren, damit die Handlung in meiner Geschichte nicht ins Stocken gerät.

Schlechte Organisation
In letzter Zeit haben sich verschiedene Projekte angesammelt, die ich noch beenden musste.  Da waren Kunden, die auf Waren warteten.  Arbeiten, die hier zu Hause erledigt werden mussten.  Und so schob ich aus Zeitmangel das Schreiben immer wieder auf.  Es wäre besser gewesen, VOR dem NaNo schon all die Dinge zu erledigen, die erledigt werden mussten, und mir unweigerlich später Zeit stehlen würden. 

Schaffen eines Zeitfensters
Während der ersten Woche habe ich zwar immer dran gedacht zu schreiben, habe es schließlich aber nicht getan, weil ich ... aufräumen, Telefonate führen, arbeiten, kochen, Leute treffen, (fill in the blank) ...musste, und mir kein konkretes Zeitfenster (ich schreibe jeden Tag zwischen 19 - 20 Uhr; ich schreibe 1 Stunde, wenn die Kinder das Haus verlassen haben;  ich schreibe morgens, mittags, abends 15 Minuten im Sprint; etc.) geschaffen hatte, an das ich mich halten konnte. 

Diese vier Punkte haben es mir unmöglich gemacht, in der ersten Woche etwas aufs Papier bzw. auf den Bildschirm zu bekommen. - Mal abgesehen davon, dass ich auch ein paar Tage krank war. 
Aber noch ist ja nichts verloren.  ;-)  Und da ich diesen, meinen ersten NaNo, als Möglichkeit sehe, mich weiterzuentwickeln und als Schriftsteller zu wachsen, versuche ich mal nicht, in Panik zu geraten.
Ich bleibe dabei, auch wenn ich am Ende im Hinblick auf meine Wortwahl nicht gewinnen werde - so lange ich etwas dazulerne und mit anderen netten Schreiberlingen Kontakte knüpfe und versuche, mein Bestes zu geben, habe ich in meinen Augen sowieso gewonnen.